Antibiotika & Darmgesundheit: Warum dein Darm chronische Schmerzen woanders verursacht

Als ich vor Schmerzen schrie – und niemand mir glaubte

Warum dein letztes Antibiotikum schuld sein könnte, dass deine Symptome nicht weggehen

Es war nachts.

Ich lag im Bett neben meiner Frau und meinem Sohn, der gerade mal ein paar Monate alt war.

Auf einmal: Aus dem Nichts massive Bauchkrämpfe.

Eine Kolik.

Es fühlte sich an, als müsste ich aufs Klo – aber als würde da nichts weitergehen. Ich lag da, schrie vor Schmerzen, stöhnte. Musste mich übergeben.

Erkenntnis: Mit dem Patient arbeiten, nicht gegen ihn

Ich wusste genau, wo es war.

Die Ileozökal-Klappe. ICV. Der Übergang zwischen Dünndarm und Dickdarm. Ich konnte es genau spüren. Genau diese Stelle.

Der Krankenwagen kam. Ich sagte ihnen, wo es wehtut. Erklärte: „Das ist die Iliozäkal-Klappe. Genau dieser Bereich.“ Na gut, ich jammerte, stöhnte vor Schmerzen und brachte die paar Worte gerade noch so immer wieder raus.

Sie nahmen mich überhaupt nicht ernst.

Die Notärztin kam dazu. Ich beschrieb es nochmal. Sie tat es einfach ab. Total affig, wie die mit mir umgingen. Viel an der Art, wie sie mich behandelten erinnert mich immer noch an die Geschichte, die ich mit 14 mit meinem Fußbruch erlebt habe.

Sie fuhren mich ins Krankenhaus. Brachten mich in die Nephrologie – irgendwas wegen Niere.

Die Notärztin ging also sturerweise von einem Nierenstein aus. Ignorierte meine Angaben und statt mich in die Gastroenterologie zu bringen zog sie ihren Stiefel durch.

Obwohl ich ihnen exakt benannt hatte, dass es diese Stelle im Bereich der ICV ist.

Noch so eine prägende Erfahrung, dass ich genau SO nicht mit meinen Klienten und Klientinnen umgehen möchte.

Das Highlight: Ich lag im KKH-Bett in der Notaufnahme, überall um uns rum piepste es, alle waren gestresst. Und dann kackten sich die Notärztin und die für mich zuständige Krankenschwester auch noch schön gegenseitig an. Warum auch immer… Mega Stimmung!

Der Nephrologe kam. Machte einen Ultraschall.

„So wie Sie das lokalisiert haben, hat das gar nichts mit den Nieren zu tun. Keine Ahnung, warum die sie zu mir geschickt haben… Ich sehe auch nichts auf dem Ultraschall. Ich kann Sie gerne noch ins CT schicken, aber es macht keinen Sinn.“

Er meinte, ein Gastroenterologe würde sich das noch anschauen. Sowas.

Es kam aber eh nicht dazu. Nachdem ich 3 Stunden mitten in der Nacht dort verbracht hatte wurde es „von alleine“ wieder besser. Sie schickten mich einfach heim. Keine Untersuchung. Keine Ursachenforschung. „Wenn’s ist kommen sie halt wieder.“

So stand ich in Jogginghose vorm Rechts der Isar. Ich durfte schauen, wie ich nach Hause komme.

Eine sehr ätzende Erfahrung.

Der Verdacht: Ein übersehener Zusammenhang

Das Interessante: Ein paar Wochen vorher hatte ich zwei Antibiotika-Kuren hintereinander bekommen.

Erst wegen eines Abszesses am Unterschenkel. Das half nicht.

Dann musste ein Chirurg das ambulant rausschneiden. War relativ knapp an den Faszien dran.

Danach bekam ich nochmal Antibiotika. Zwei verschiedene Antibiotika in kurzer Zeit hintereinander.

Mein Verdacht: Dieser Vorfall war die Folge davon. Der Darm reagierte darauf. Genau an dieser Stelle.

Die späte Bestätigung

Jahre später:

Bei einer P-DTR-Fortbildung haben wir gelernt, wie man die Ileozökal-Klappe (kann man mit „ä“ oder „ö“ schreiben) testet.

Wir haben getestet, was bei mir mit der los ist. Es stellte sich heraus: Ich habe tatsächlich da ein Problem an dieser ICV.

Wieder mal eine Bestätigung:

Man wird leider nicht immer ernst genommen. Obwohl man sogar Ahnung hat von den Sachen.

Genau genommen hat eigentlich jeder einen Plan, der mit seinen Beschwerden irgendwo hingeht. Die meisten wissen unterbewusst sehr gut, was da vielleicht los sein könnte. Oder haben gewisse Ahnungen, was da vielleicht eine Rolle spielen könnte. Wo ein Arzt niemals auf die Idee gekommen wäre danach zu fragen.

Das hat mich wieder mal bestätigt, warum ich die Sachen seit 16 Jahren mache. Und warum ich den Leuten helfen möchte.

Das was ich hatte kann auf jeden Fall eine heftige Auswirkung vom Antibiotikum sein.

Man kann daran sehen: Das kann sich massiv auf die Verdauungsorgane auswirken. Es gibt nicht nur Antibiotika mit solchen Nebenwirkungen, aber oft genug bringt man es dann leider nicht in Verbindung. Oder die Folgen sind nicht so heftig wie bei mir und fallen deshalb unter den Tisch.

Unterschwellig kann es aber eben doch die ganze Zeit was mit deinem Körper machen, ohne dass du es merkst und auf die Idee kommst, da auch mal zu schauen.

Und wenn man sich dann überlegt, dass an dieser ICV – so wie bei allen Organen – natürlich auch eine muskuläre Reaktion dranhängt… Dann kann man sich ausmalen, dass das durchaus einen Einfluss haben kann auf Symptome wie Knieschmerzen, Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, Fußschmerzen.

Alles Mögliche, was mit dem Bewegungsapparat zu tun hat.

Was dir (fast) niemand über Antibiotika sagt

„Ich versteh das nicht“, sagt eine Patientin. „Alles hat gut funktioniert, ich war auf einem guten Weg. Die Schmerzen wurden besser, aber seit ein paar Monaten kommt nichts mehr voran. Egal was wir machen.“

Beim Gespräch stellt sich raus: Sie hatte vor einem halben Jahr eine heftige Antibiotika-Kur wegen einer Blasenentzündung. Danach hat sich niemand um ihre Darmflora gekümmert.

Kleiner Funfact:

Antibiotika heißt „gegen alle Bakterien“. Nicht nur gegen die bösen – auch gegen die guten, die du für eine gesunde Verdauung brauchst.

Das Problem: Wenn die Darmflora im Eimer ist, muss dein Körper ständig kompensieren. Das System ist so belastet, dass keine Energie für echte Heilung bleibt.

Was einem kaum jemand sagt, wenn er dir Antibiotika verschreibt:

Da nicht nur die „schlechten“ Bakterien, sondern auch die guten Bakterien platt gemacht werden, wird das Gleichgewicht der Darmflora komplett zerstört. Das sogenannte Darmmikrobiom wird durcheinandergebracht.

Und das sagt dir kaum jemand, wenn du Antibiotika nimmst. Noch viel weniger wird dir gesagt, was du dann im Nachgang machen kannst, um das wieder auszugleichen.

Es wäre auch mit in der Pflicht von demjenigen, der die Antibiotika verschreibt, dafür zu sorgen, dass du danach deine Darmflora wieder aufbaust. Die Einnahme von Probiotika wäre schonmal ein guter Anfang zum Beispiel.

Weil sie so immens wichtig ist.

Vor allem, wenn – wie bei mir – mehrere oder verschiedene in kurzer Zeit hintereinander genommen werden.

Dann hat das natürlich nochmal einen viel größeren Einfluss.

Das Schlimme bei mir: Ich hätte es eigentlich selbst besser wissen müssen nach allen meinen Ausbildungen. Aber wenn man selber drin steckt sieht man halt wie so oft das Ganze nicht so klar…

Und das kann auch Jahre danach noch einen riesen Einfluss haben, wie man bei mir sieht. Weil sich das nicht einfach von selbst regelt.

Gerade mit unserer westlichen Ernährung – wenn man nicht gezielt darauf achtet. Alle behaupten, sie ernähren sich ausgewogen. Bei den wenigsten ist das tatsächlich der Fall.

Und nein:

Es ist zwar ein Anfang, aber es reicht oft nicht, einfach nur Milchsäurebakterien draufzuschütten. Oder irgendwelche Mischungen über ein paar Wochen einzunehmen.

Und dann zu hoffen, dass sich die Milchsäurebakterien schon wieder ansiedeln. Wenn ich nicht dafür sorge, dass das alles ganzheitlich angegangen wird, ist das schon mal ein Anfang.

Aber dass das hängen bleibt? Ist wieder die Frage. Man muss vielleicht auf verschiedenen Ebenen an dieser Geschichte arbeiten. Dein Körper hat Prioritäten.

Solange die Verdauungsorgane SOS funken, wird er nicht deine Knie-, Rücken- oder Sonstwas-Schmerzen reparieren.

Warum Antibiotika lebensrettend sind – aber das Fundament zerstören

Ich sehe das Thema mit Antibiotika tatsächlich nicht schwarz-weiß.

Es gibt die eine Fraktion: Total dafür. Verschreiben es wegen jedem kleinen Furz. Befeuern dadurch die Entwicklung, dass immer weniger Antibiotika wirken.

Dann gibt’s die absolute Gegner: „Das ist der Teufel. Man darf das auf keinen Fall nie nehmen.“

Die einen verschreiben es zu viel und zu oft. Die anderen nehmen es gar nicht – und gehen dadurch massive Risiken ein.

Ich bin heilfroh, dass es Antibiotika gibt.

Ja, immer weniger sind wirklich wirksam, weil sie zu oft verschrieben werden. Aber grundsätzlich ist es dasselbe Spiel wie mit allen anderen Sachen auch.

Das ist wie mit Cortisonspritzen. Gut, dass wir die haben. Im Akutfall sollte man die unbedingt benutzen, zum Beispiel wenn eine Bandscheibe so auf einen Nerv drückt, dass bleibende Schäden drohen. Aber keine Sache, die wir ständig machen sollten.

Genauso wie Korsetts für den Rücken. Oder Einlagen für die Füße.

Es ist immer dasselbe Thema: Die Dosis macht das Gift.

Und oft werden sie unnötig verschrieben. Antibiotika wirken – so wie der Name sagt – gegen „Bios“. Gegen alles, was lebt. Im Sinne von Bakterien.

Sie machen also erstmal alles platt. Und dann bleibt verbrannte Erde zurück – und kaum einer kümmert sich drum, da dann wieder aufzuräumen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals ein Arzt bei der Verschreibung eines Antibiotikums gesagt hätte, dass ich mich nach der abgeschlossenen Einnahme um meine Darmflora kümmern sollte. Weil das wichtig ist und krass Auswirkungen haben kann.

Sie werden aber oft auch verabreicht, wenn es um Viren geht. Wenn’s darum geht, sowas wie eine Lungenentzündung zu verhindern bei einer viralen Infektion, macht das natürlich auch Sinn. Ansonsten ist es eher sinnfrei, sich davon eine Wirkung zu erhoffen.

Deswegen muss man immer abwägen. Es gibt auch hier kein Schwarz-Weiß.

Aber:

Warum können Antibiotika Jahre danach noch ein Faktor sein?

Da muss ich kurz ausholen.

Es gibt ein Prinzip, das auch in biopsychosozialen Konzepten in der Therapie eine Rolle spielt:

Es gibt immer ein Fundament. Bio-, Psycho- und soziale Ebene.

Was ich in meiner Praxis checke

Das Fundament, das ich in meiner Praxis als Erstes abfrage und berücksichtige, ist:

  • Schlaf
  • Stress (Nervensystem)
  • Verdauung ← hier kommen u.a. Antibiotika ins Spiel

Ich nehme zu dieser Basis noch dazu:

Ein schönes Bild, das mir mal ein befreundeter Osteopath gesagt hat:

Wenn diese Basis nicht stimmt, ist alles wie ein „Sturm im Wasserglas“.

Du kannst noch so sehr lokal an irgendwelchen Stellen rumdoktern. Bringt vielleicht kurzzeitig was. Aber es ist letztendlich wie ein Sturm im Wasserglas.

Wenn du nicht dafür sorgst, dass das Fundament passt, kann der Körper einfach nicht selber gut heilen. Deswegen ist es schwierig, nachhaltige und grundlegende Veränderungen herbeizuführen.

Das App-Prinzip

Ich sehe alles, was im Körper nicht gut passt – alle Dysfunktionen – wie Apps auf einem Smartphone. Ich erkläre es hier kurz, mehr dazu findest du im Artikel zur Überlastung des Nervensystems und Multitasking.

Je mehr Apps offen sind, umso mehr muss der Speicher darunter leiden. Jede App zieht Energie. Das Handy wird langsamer.

Wenn du ein paar Apps schließen kannst, wird das Handy wieder schneller. Die anderen Apps haben mehr Ressourcen.

Ich sehe diese ganzen Basissachen nicht nur wie eine APP, sondern sie entsprechen gleich mehreren. Schlaf = 15 APPs; Stress = 1 – 10 APPs; Mentale Faktoren = 4 APPs… usw.

Die Verdauung: Das sind 5 bis 10 von diesen APPs. Wenn die Verdauung nicht passt, passt ganz viel nicht.

Dann kann ich so viel rumtun, wie ich möchte – manche Sachen, die dich scho seit Ewigkeiten verfolgen, werden einfach genau deshalb nicht besser. Dann wundern sich die Leute, warum es nicht besser wird, obwohl sie doch so krass viel tun schon.

Aber keiner kommt auf die Idee, auch mal anzuschauen, was mit deinen Verdauungsorganen los ist. Und die Verdauung wird beeinträchtigt durch die Einnahme von Antibiotika.

Das regelt sich dann nicht von selbst danach. Da muss man aktiv „gegensteuern“. Mit Naturheilkunde, Ernährungsumstellungen, Unverträglichkeitschecks usw.

Wenn also meine Verdauungsorgane ein Problem haben kann sich das indirekt auswirken, weil sie eben sehr viele Ressourcen binden. Die können dann an anderen Stellen nicht zur Heilung eingesetzt werden.

Es gibt aber auch einen direkten Bezug von ihnen zu Schmerzen an Gelenken. Genauer gesagt zu Muskeln.

Der Organ-Muskel-Bezug: Wenn Darmprobleme Knieschmerzen verursachen

Jetzt wird’s richtig interessant.

Es gibt Konzepte – schon lange in der Chiropraktik – dass bestimmte Organe mit bestimmten Muskeln assoziiert sind.

Das bedeutet: Organe haben Einfluss auf die Funktion der Muskulatur. Ob sie inhibiert werden oder normal funktionieren.

Kann man dran glauben oder nicht. Ich hab in meiner Praxis schon zu viele von diesen Zusammenhängen gesehen und dass es funktioniert – es ist mir egal, wenn jemand meint, dass es das nicht geben kann.

Kurzer Input: Überlege mal wie sich dein Bauch anfühlt, wenn du an eine richtig eklige und ätzende Situation von früher denkst. Und dann nimm zusätzlich war, wie bestimmte Muskeln sich damit einhergehend anspannen. Alles reagiert. Alles hängt zusammen.

Wenn Verdauungsorgane beeinträchtigt sind, kann man sich auch bestimmte Muskeln gezielt mal anschauen.

Oder umgekehrt.

Das Grundprinzip: Beide Seiten testen

Wenn ich Muskeln finde, die ich teste, und es ist auf beiden Seiten der gleiche Muskel betroffen – Zum Beispiel: Hamstrings links UND rechts – Dann denke ich sofort ans Zentrum.

Ob das Core-Muskulatur ist. Oder die Organe. Oder die Wirbelsäule. Irgendwas im Zentrum.

Denn warum sollte etwas an beiden Seiten an genau „derselben“ Stelle auftreten. Wie wahrscheinlich ist das? Ja es gibt Erkrankungen, wo das sein kann. Aber die Wahrscheinlichkeit ist doch relativ gering. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Ursache nicht lokal jeweils an dieser Stelle liegen wird. Sondern nur, dass da die Symptome auftreten, wenn zentral ein Problem vorliegt.

Ich „liebe“ dieses Beispiel:

Wenn Leute an beiden Handgelenken angeblich ein Karpaltunnelsyndrom haben sollen – finde ich das sehr interessant. Warum sollte das ausgerechnet zeitgleich an beiden Händen entstehen?

Wenn das an einer Hand ist, kann ich mir’s noch erklären.

Aber beide? Dann denke ich sofort Richtung Nacken, Wirbelsäule, Nerven. Dysfunktion der Muskulatur im Nacken, die sich auswirkt auf die Handgelenke.

Zurück zu den Organen: Zu jedem Organ gibt’s bestimmte Muskeln, die damit assoziiert sind.

Beispiel Knieschmerzen:

Jemand hat Knieschmerzen. Ich schaue, wie die Muskulatur im Knie funktioniert.

Ich finde raus: Quadrizeps funktioniert nicht optimal (z.B. Vastus Lateralis). Hamstrings reagieren nicht richtig. Adduktoren und Abduktoren vielleicht auch.

Dann denke ich im ersten Moment: Okay, ich schaue mal weiter direkt am Knie. Gelenkkapsel, Bänder, Schleimbeutel.

Aber: Was oft übersehen wird – ich teste auch das andere Bein.

Wenn ich herausfinde, dass exakt dieselben Muskeln auf der anderen Seite auch nicht richtig funktionieren – Dann denke ich sofort Richtung Zentrum. Und damit Richtung Organe.

Hamstrings + Tensor Fascia Latae + Quadratus Lumborum = Dickdarm

Wenn ich dann noch merke, dass Quadrizeps beteiligt ist – teste ich auch mal die Bauchmuskeln. Und bestimmte Fingermuskeln.

Quadrizeps + Bauchmuskeln = Dünndarm

Dann muss ich mit P-DTR schauen, auf welche Reize diese Hautfelder reagieren.

Verbindung von Hautfeldern und Organen

Du kennst das Phänomen beim Herzinfarkt: Schmerzen strahlen in den linken Arm aus. Völlig akzeptiert. Klar, dass das mit dem Herzen zu tun hat.

Genauso: Schulterschmerzen rechts können mit der Gallenblase zusammenhängen.

Wenn jemand Probleme hat, Fette gut zu verdauen, denke ich an Gallenblase. Wenn derjenige dann auch noch Schulterschmerzen rechts hat, ist das vielleicht das Erste, was ich checke.

Es gibt noch viele weitere von diesen Zusammenhängen. Für mich sind das einfach oft auch eine Art Ideengeber, wenn so viele andere Sachen schon nicht funktioniert haben.

Für mich ist das Konzept interessant, an bestimmten Stellen zu schauen, wie der Körper darauf reagiert, wenn ich da einen Stimulus reingebe.

Die Hautfelder helfen mir dabei. Die Bezeichnungen mit Organen helfen mir, nach einem System zu arbeiten.

Das heißt nicht, dass das immer organische Symptome sein müssen!

Mir ist ganz wichtig: Nicht, dass die Leute zum Arzt laufen und sagen: „Der Tobi hat mir am Dickdarm was gemacht.“

Und dann zeigt der Arzt denen einen Vogel: „Wie soll der denn am Dickdarm was gemacht haben?“

Es ist eine interessante Sache, um mich auf Ideen zu bringen, wo man nochmal schauen könnte.

Und ganz interessant: Wenn ich mich um die Verdauungsorgane kümmere – mit bestimmten Nahrungsmitteln, pflanzlichen Inhaltsstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln – Können sich vielleicht sogar Beschwerden im Bewegungsapparat dadurch beeinflussen lassen.

Beispiele für Organ-Muskel-Bezüge

Ähnlich wie beim Umknicken – Bänder haben direkte Verbindungen zu Muskeln woanders im Körper. So seh ich das auch bei Organen.

Organ-Muskel-Assoziationen (Auswahl):

  • Magen: Pectoralis major (clavicularer Teil), Bizeps, Sternocleidomastoideus, Nackenextensoren
  • Dickdarm: Hamstrings, Tensor Fascia Latae, Quadratus Lumborum
  • Dünndarm: Quadrizeps, Bauchmuskeln, Flexor digiti minimi brevis
  • Leber: Pectoralis major (sternaler Teil), Rhomboideen
  • Gallenblase: Popliteus
  • Pankreas: Latissimus dorsi, Trizeps, Anconeus

Die Ileozäkal-Klappe: Der Faktor, den niemand auf dem Schirm hat

Dann gibt’s noch ein Special, das ich erst durch P-DTR so richtig kennengelernt habe. Und das mir meinen Verdacht von meiner Geschichte am Anfang des Artikels komplett bestätigt hat:

Die Ileozäkal-Klappe (ICV) als grundlegender Faktor.

Was ist die ICV?

Eine Klappe beim Übergang zwischen Dünndarm und Dickdarm.

Sie sorgt dafür, dass die Bakterien aus dem Dickdarm nicht den Dünndarm besiedeln können. Und dass der Darminhalt vom Dickdarm nicht rückfließt in den Dünndarm.

Der Dünndarm ist nämlich viel keimärmer. Wenn da Bakterien aus dem Dickdarm reinfließen, entsteht eine bakterielle Überwucherung.

SIBO: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. Eine Fehlbesiedelung des Dünndarms.

Das kann zu massiven Beschwerden führen. Vermutlich war das sogar auch bei mir der Fall. Mit dieser Kolik.

ICV: Geöffnet vs Geschlossen

Bei P-DTR testen wir, ob die ICV geöffnet oder geschlossen ist.

Ob ein Reiz in Richtung Öffnung (durch manuelle Manipulation) oder in Richtung Schließen sich auf Muskeln auswirkt.

Ob bestimmte Muskeln mit Inhibition reagieren – also gehemmt werden.

ICV und Cranial Faults

Die ICV steht ganz oft mit bestimmten Cranial Faults (Zygoma und Lambdoidal) in Verbindung. Das sind gestörte Golgi-Rezeptoren in bestimmten kranialen Strukturen – also am Schädel.

Noch interessanter: Wenn ich was finde mit den Muskeln der Beine und vom Rumpf, die mit Dünndarm (Quadrizeps, Bauchmuskeln) oder Dickdarm (TFL, Hamstrings) in Verbindung gebracht werden – Dann schaue ich auch immer in Richtung ICV.

Das wäre durchaus interessant, da aktiv gegenzusteuern.

Und zu schauen, ob diese ICV eine Priorität hat. Ist das was ganz Wichtiges für den Körper? Oder ist das ein Teil von einer anderen Dysfunktion und dient als Kompensationsmechanismus?

Wichtig ist: Das ist eine Sache, die man durchaus mal checken sollte.

Ich hatte noch nie einen Arzt, der sich bei meinen Beschwerden explizit damit beschäftigt hat. Noch weniger, was das für eine Auswirkung auf die Muskulatur haben könnte.

Und wie ich mit meiner Geschichte schon erzählt habe:

Man wird nicht wirklich ernst genommen, wenn man diese anatomische Struktur mit ins Spiel bringt.

Weil das halt einfach sehr ungewöhnlich ist. Das geht mir auch oft bei Narben so – Strukturen, die niemand auf dem Schirm hat, können massive Auswirkungen haben.

Wie geht’s weiter: Könnte das bei dir eine Rolle spielen?

Hast du schon mal Antibiotika genommen?

Vor einem halben Jahr? Vor einem Jahr? Vor fünf Jahren?

Auch wenn’s lange her ist – könnte es heute noch eine Rolle spielen.

Wenn die Basis nicht stimmt – wenn die Verdauung nicht funktioniert – kann der Körper nicht heilen.

Falls du das im Verdacht hast und da ein paar Faktoren zusammenkommen – kümmere dich darum, auch die Darmgesundheit mal genauer anzuschauen.

OPTION 1: MACH DEN GAME-CHANGER TEST

Finde heraus, welche ANDEREN versteckten Faktoren bei dir noch eine Rolle spielen könnten.

OPTION 2: MÜNCHEN/UMGEBUNG

Buch dir einen Termin – ich teste gezielt, welche Trigger bei dir aktiv sein könnten.

OPTION 3: REST VON DEUTSCHLAND

Trag dich auf die Warteliste für den Online-Kurs „Körper verstehen, Muster erkennen“ (Start: Frühjahr 2026)

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