Neurologische Überlastung: Warum dein Nervensystem im Monotasking-Modus festhängt

Ein (Multitasking-) Test bei dem du nicht schummeln kannst

Warum deine Beschwerden wiederkommen, wenn dein Nervensystem überlastet ist

Eine Patientin kommt zu mir mit Rückenschmerzen. Genauer gesagt geht es ums ISG, das Iliosakralgelenk. Eine typische Stelle am Rücken, wo die Leute das Gefühl haben als wäre da was blockiert oder es ist so ein dumpfes Ausstrahlen.

Sie erwartet natürlich, dass wir erstmal checken, was mit ihrem Rücken los ist. Machen wir auch noch.

Aber zuerst interessiert mich was anderes sehr viel mehr.

Ich möchte wissen, in welchem Zustand ihr Nervensystem sich befindet. Wenn das nämlich sowieso nicht aufnahmefähig ist, dann können wir so viel rumdoktorn an ihrem Rücken, wie wir wollen.

Es wird kaum was bringen.

Vielleicht hast du auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass du wegen deiner Schmerzen zur Behandlung gehst. Zum Beispiel zum Chiropraktiker und „eingerenkt“ wirst. Es sollte eigentlich funktionieren wie immer, aber irgendwie bringt’s nichts. Oder es erscheint danach erstmal alles gut, aber es kommt sehr schnell wieder.

Ein Faktor könnte sein, dass dein Nervensystem komplett überlastet ist. Und damit mein ich nicht das übliche Thema Stress.

Es ist einfach nicht in der Lage mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Multitasking.

Man könnte jetzt einfach raten, ob das so ist. Irgendwas machen und hoffen, dass sich das ändert.

Aber das kann man testen. UND BEHEBEN.

Und zwar so:

1. Baseline setzen

„Okay, halt mal dein Bein.“

Die Patientin liegt auf dem Rücken auf der Liege. Ich werde den M. rectus femoris testen – das ist der Muskel vorne am Oberschenkel.

Sie winkelt das Knie an, hebt das Bein. Ich drücke dagegen.

Sie hält. Perfekt. Übersetzt heißt das gerade, dass er anschaltet, wenn er gebraucht wird.

Jetzt checke ich noch, ob der Muskel auch normal auf den Reiz reagiert, der ihn hemmt, also inhibiert. Macht er auch. Er lässt sich also abschalten, was im Zusammenspiel der Muskeln mindestens genauso wichtig ist wie anschalten.

Wenn der eine Muskel anspannt, sollte der auf der Gegenseite loslassen. Sonst bewegt sich gar nix.

Ergebnis des ersten Tests: Der Muskel funktioniert so wie er sollte.

2. Zusatzaufgabe

„Super. Jetzt mach dasselbe nochmal – aber kreis‘ gleichzeitig mit dem Finger.“

Sie hebt das Bein wieder. Fängt an, mit dem Finger zu kreisen. Ich drücke.

Sie erwartet, dass sie so wie zu Beginn einfach wieder locker dagegen halten kann, wenn ich gegen den Oberschenkel drücke. Tja, leider läuft’s anders.

Der Muskel versagt. Sofort. Wie ausgeschaltet.

Ich kann das Bein locker wegdrücken – mit weniger Kraft als vorher.

Im Übrigen würde das mit jedem Muskeln in ihrem Körper funktionieren, der beim Baseline-Test erstmal normal reagiert.

3. Die Reaktion

Die häufigste Reaktion?

Erstmal „Hä… was geht?! Geht ja gar nicht!“ Dazu ein erstauntes Gackern.

Manche realisieren es erstmal gar nicht, was da genau los ist. Ich muss erklären, was gerade passiert ist. Andere müssen lachen, weil es so absurd ist.

Im ersten Moment „besteht“ der Muskel den Test. Die Patientin kann locker dagegen halten, wenn nur der Muskel allein getestet wird. Kein Problem.

Im nächsten Moment – nur durch einfaches Finger kreisen – versagt der Muskel komplett.

Wie ein Zaubertrick.

4. Diagnose Monotasking

Jetzt wissen wir schonmal: Der Patient oder die Patientin hängt im „Monotasking“. Für das Nervensystem ist aktuell immer nur eine Aufgabe, also ein „Task“, gleichzeitig „handle-bar“.

Jede weitere Zusatzaufgabe „überlastet“ das System. Shutdown.

Dein Gehirn inhibiert (=hemmt) erstmal lieber alle Muskeln, weil es denkt, dass es so größeren Schaden verhidnern kann.

Aber das war noch nicht alles. Dann wird’s richtig spektakulär.

Ich suche die Ursache, warum Multitasking für ihr Gehrin ein Problem sein könnte. Etwas, das das Nervensystem in Schach hält. Meistens sind’s Narben, Bänder oder Kopfverletzungen.

5. Die Narbe, die multitaskingfähig macht

Nehmen wir mal das Beispiel mit einer Narbe. Bei der Patientin auf den Bildern ist es eine kleine Narbe am anderen Knie.

In Frage kommt aber alles: Blinddarm-OP, Knie-OP, Kaiserschnitt oder ein Schnitt im Gesicht oder am Fuß. Irgendeine bedeutsame Narbe für diesen Körper.

Wichtig: Sie hat eine Bedeutung für das Nervensystem. Das muss nicht heißen, dass sie für dich super wichtig sein muss. Es müssen keine spektakulären Verletzungen gewesen sein. Aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass wir bei solchen Narben was finden.

In dem Moment, wo ich diese Narbe auf eine bestimmte Art berühre – oder die Patientin selbst die Hand drauflegt – gehen plötzlich mehrere Tasks gleichzeitig.

Und sogar easy!

Es ist keine Anstrengung mehr nötig, es ist als wäre der Muskel wie ausgewechselt.

Das „witzige“ dabei ist eben: Sie kann da nicht schummeln. Entweder sie kann gleichzeitig Fingerkreisen, rückwärts zählen und dabei mit dem Bein dagegen halten.

Oder eben nicht.

Es gibt nichts dazwischen.

6. Der Einfluss von Dysfunktionen aufs Multitasking

Auf einmal geht alles gleichzeitig zusammen und sogar noch viel mehr: Finger kreisen, Fuß kreisen, Kopf drehen, rückwärts zählen, schnipsen… was dir so einfällt – und trotzdem gleichzeitig das Bein gegen meinen Druck halten.

In den meisten Fällen komm ich mit den Leuten auf 5-7 „Tasks“.

Mein Ziel sind 5.

Warum erkläre ich noch im weiteren Verlauf dieses Artikels. Die Kurzfassung ist, dass dein Nervensystem dann auf jeden Fall ausreichend Kapazitäten hat.

Wichtig ist jetzt erstmal: Die Herausforderungen sind kein Problem mehr. Die Leute sind geflasht. Verstehen nicht, was da los ist.

Das ist keine Wunderheilung. Aber es zeigt etwas extrem Wichtiges:

Ihr Nervensystem war im Monotasking-Modus gefangen.

7. Monotasking sollte man nicht unterschätzen

Und das hat riesige Auswirkungen. Wenn du nur „monotasken“kannst, dann wirkt sich das auf ganz andere Bereiche in deinem Körper aus.

Denn dann wird jeder zusätzliche Reiz, jeder Stimulus, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von deinem Gehirn als Gefahr interpretiert.

Wenn du draußen auf dem Gehweg spazieren gehst, gleichzeitig aufs Handy schaust und dann fährt ein Auto mit quietschenden Reifen und hupend direkt an dir vorbei – könnte durchaus sein, dass du nicht nur kurz mit einem Zucken und dem Anspannen deiner Muskeln reagierst.

Sondern, dass dein Gehirn diese Gefahr und die zugehörige Muskelreaktion abspeichert und in Momenten abruft, in denen das eigentlich überhaupt keinen Sinn ergibt…

Stell dir vor, du hast zwanzig Apps auf dem Handy offen. Jede App zieht Energie, das Handy wird langsam, kann seine Aufgaben nicht mehr erfüllen. Im Monotasking statt Multitasking unterwegs zu sein entspricht einfach zu vielen Apps auf einmal.

Aber: Machst du ein paar Apps zu, haben die anderen wieder mehr Saft.

In diesem Fall, kannst du im Labortest „Fingerkreisen“ halt wieder mehr Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Was wiederum ein gutes Zeichen ist, da dein Nervensystem offensichtlich wieder mehr aufnehmen kann, ohne gleich hohle zu drehen.

Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zum Bild für Dysfunktionen als Apps.

Überlastung des Nervensystems – Grundlage Parasympathikus und Sympathikus

Bevor wir weiter zum Thema mit dem Multitasking kommen, möchte ich ganz kurz ein paar Worte zu einem grundsätzlichen Thema sagen: Die Fähigkeit deines Systems zu Heilen.

Es gibt mittlerweile unzählige Infos im Internet zum Vagus-Nerv und warum der Parasympathikus so ein wichtige Sache ist.

Regeneration und Heilung geht nur dann wirklich gut, wenn das Nervensystem in diesen Modus schalten kann.

Hier geht es jetzt aber nicht (nur) um die Fähigkeit deines Nervensystems in den Heilungsmodus zu schalten.

Es geht vielmehr darum, dass dein ganzes System von verschiedenen Sachen so in Schach gehalten wird, dass es gar nicht mehr dazu kommt, überhaupt auch nur an diesen Modus denken zu können.

Hier kommen aus meiner Sicht die 4 Kapazitäten ins Spiel, um die du dich unbedingt kümmern solltest. Leider wird bei uns fast immer zuerst die Kraftkapazität angegangen. Aber die anderen sind mindestens genauso wichtig – wenn nicht sogar wichtiger.

Die 4 Kapazitäten – und warum die meisten bei Kraft starten

Das Problem: Ohne neurologische Kapazität läuft alles andere ins Leere.

Kraftübungen halten nicht oder bringen keine Veränderung. Biomechanische Korrekturen verpuffen. Manuelle Therapie bringt nichts.

Die meisten Therapeuten und Ärzte zäumen das Pferd von hinten auf. Und adressieren die Kapazitäten aus meiner Sicht in der falschen Reihenfolge

Es gibt verschiedene Kapazitäten:

1. Kraftkapazität
2. Physiologische Kapazität
3. Biomechanische Kapazität
4. Neurologische Kapazität

Die meisten Therapeuten, Trainer, Ärzte fangen umgekehrt an. Mit der Kraftkapazität, also übersetzt gesagt: Sie ballern Kraftübungen und versuchen einfach alles nur über Veränderungen der Muskelkraft (egal ob Kraftausdauer oder Maximalkraft) zu regeln.

Das ist aus meiner Sicht zu kurz gedacht. Ich nenne das die umgedrehte Pyramide der Kapazitäten.

Versteh mich nicht falsch:

Wenn du Glück hast, gibt dir jemand zumindest schonmal Kraftübungen.

Das ist schonmal 10.000 Mal besser als das übliche „einfach abwarten, das geht von alleine wieder weg.“ Oder das was man halt beim Orthopäden sonst so bekommt. Spritzen. Vielleicht ’n bissel Physio, dann passt das.

Das Problem: Wenn Krafttraining bei dir nicht so funktioniert, wie du dir das wünschst, dann liegt’s daran, dass die Muskulatur nicht optimal arbeitet.

Da können noch so viele Instagrammer oder überzeugte Evidenzbasiert-Kreuzzügler was anderes sagen. Es liegt nicht dran, dass du was falsch machst. Vielleicht noch eher, dass es die falschen Übungen sind.

Aber der Hauptfaktor in meinen Augen ist: Es haut nicht so hin, weil die Ansteuerung der Muskeln durch das Gehirn nicht optimal funktioniert.

Das nenne ich die neurologische Kapazität.

Da zählt mit rein:

  • Ob dein Nervensystem dazu in der Lage ist, mehrere Tasks gleichzeitig durchzuführen
  • Ob es die Reize verarbeiten kann, die es bekommt

In meinem Therapieprozess versuche ich das auf jeden Fall – vor allem, wenn vor Ort – immer direkt als Erstes durchzuziehen.

Die richtige Reihenfolge aus meiner Sicht:

  1. Neurologische Kapazität (Basis)
  2. Biomechanische Kapazität (Bewegungsmuster)
  3. Physiologische Kapazität (Schlaf, Stress, Verdauung)
  4. Kraftkapazität (Spitze)

Erst wenn die Basis stimmt, macht Kraft- oder Mobilitätstraining Sinn. Natürlich geht das Hand in Hand.

Ich muss jetzt nicht erst ein halbes Jahr warten, bis ich mit dem Krafttraining anfangen kann. Aber eine gewisses Fundament muss neurologisch schon da sein. Das erreichen wir aber meistens innerhalb weniger Sessions.

Ein Beispiel, das ich relativ häufig sehe: Wenn ich jemanden habe mit Knieschmerzen und der macht seit Monaten Krafttraining, Beinpresse, Ausfallschritte, Kniebeugen. Dann ist sein Kraftpotential der einzelnen Muskeln für sich genommen sehr wahrscheinlich besser. Aber oft genug seh ich genauso: Die Schmerzen bleiben trotzdem oder sind nur minimal besser.

Warum? Weil sich in der Ansteuerung und bei den Bewegungen nur minimal etwas geändert hat.

Er kann mehr Gewicht bewegen, aber sein Bewegungsmuster ist immer noch das gleiche.

Die Kompensationen laufen weiter. Das Knie wird weiter „falsch“ belastet.

Das ist die Kraft-Falle.

Du trainierst die Muskeln stärker, aber das zugrunde liegende Problem bleibt bestehen.

Das gilt meiner Meinung nach vor allem bei Standard-Übungen, die man so in der Physio oder vom Personal Trainer bekommt – wenn die Ansteuerung nicht stimmt, bringt noch so viel Training nichts.

Warum jede Dysfunktion wie eine offene App ist

Jetzt fragst du dich: Was hat das mit meinen Schmerzen zu tun? Warum sollte vor allem diese neurologische Kapazität so wichtig sein?!

Ich hab da ein Beispiel, das ich von einem meiner Dozenten übernommen habe.

Das Handy-Prinzip

Stell dir vor, jede Dysfunktion ist wie eine App auf dem Handy.

Eine Dysfunktion bedeutet: Da funktioniert etwas nicht optimal.

Im Sinne von P-DTR: Ein Rezeptor hat ein Problem (Primary), andere Rezeptoren (Secondaries) müssen das ausgleichen.

Aus meiner Sicht: Irgendwas im Nervensystem funktioniert nicht optimal. Die Muskulatur wird nicht optimal angesteuert.

Wenn ich 20 Apps offen habe, saugt jede dieser Apps Speicher.

Es wäre sinnvoll, ein paar Apps zuzumachen. Dann hat das Smartphone wieder mehr Speicher zur Verfügung.

Diese freigewordenen Ressourcen können genutzt werden, um andere Dysfunktionen selbst heilen zu können.

Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers wird dadurch unterstützt, dass man diese Dysfunktionen behebt und dem Körper Energie zurückgibt.

Multitasking = 10 offene Apps

Das ist ein Riesenthema.

Wenn das nicht im Gleichgewicht steht, wirkt sich das auf die gesamte Heilungsfähigkeit aus. Auf den gesamten Energiehaushalt des Körpers. Auf das, was das Nervensystem überhaupt leisten kann.

Wenn die Basis nicht stimmt, kann Heilung nicht stattfinden.

Deswegen ist das eine der ersten Sachen, die ich in meiner Praxis anschaue.

Es ist ein ähnliches Thema wie bei der Verdauung oder dem Schlaf oder dem Stress.

Wenn zum Beispiel die Verdauung beeinträchtigt ist durch Antibiotika, das du (auch vor langer Zeit) mal genommen hast, oder wenn da irgendwas anderes nicht passt – Dann kann ich noch so viel rumdoktern an Dysfunktionen oder Trainingsübungen oder Kraftübungen.

Wenn das nicht passt, wird der Körper keine Energie zur Verfügung haben, die Heilung selbst in die Hand zu nehmen.

Dementsprechend:

Wenn du irgendwo Schmerzen hast, hat das vielleicht im ersten Moment nicht viel direkt zu tun mit dem Symptom.

Aber: Wenn die Basis darunter nicht stimmt, kannst du machen, was du möchtest – die Schmerzen werden nicht besser.

Deswegen kümmere ich mich als Erstes darum. Dann hast du auch die Möglichkeit aus dem Monotasking wieder herauszukommen.

Der „Zaubertrick“ – wenn Finger kreisen den Arm lahmlegt

Die meisten meiner Patienten sind im „Monotasking-Modus“ gefangen.

Was heißt das?

Sie können eine Sache gut – Arm ausstrecken und halten, wenn jemand draufdrückt.

Aber sobald sie mit der anderen Hand nur einen Finger kreisen lassen, versagt der Muskel komplett.

Der Arm lässt sich plötzlich locker wegdrücken.

Oder ich lass sie rückwärts von hundert zählen während des Armhaltens. Gleiches Spiel – der Muskel gibt nach.

Was bedeutet das?

Jeder zusätzliche Task – jede zusätzliche Aufgabe – wird als Gefahr interpretiert, weil das Nervensystem komplett überfordert ist.

Das heißt nicht, dass der Körper ständig in diesem Modus drinhängt. Es sind vielleicht nur ganz kurze Momente.

Aber: Es sind genau diese Momente, wo neue Dysfunktionen entstehen können.

Ich möchte hier nochmal das Beispiel vom Anfang aufgreifen:

Du bist draußen unterwegs. Schaust auf dein Smartphone oder telefonierst. Im Straßenverkehr, das bedeutet viele Reize auf einmal.

Plötzlich: Ein Hupen. Oder ein Auto beschleunigt schnell hinter dir.

Du nimmst es vielleicht gar nicht bewusst wahr. Vielleicht erschrickst du dich kurz. Aber in dem Moment interpretiert das Nervensystem das als Gefahr.

Muskeln spannen sich an – unterbewusst – um dich aus dieser Situation wegzubringen.

Das ist der erste Reflex. Völlig normal.

Aber: Wenn das Nervensystem nicht die Kapazitäten hat, um das optimal zu verarbeiten, bleibt diese Dysfunktion bestehen.

Sie löst sich nicht von selbst auf.

So läuft es unter Umständen auch mit alten Verletzungen – das Nervensystem „speichert“ Kompensationen, die nicht einfach verschwinden.

Es entsteht eine neue Dysfunktion. Weil das Nervensystem keine Energie mehr hat, um das zu regulieren.

Und das kann überall Symptome verursachen.

Das Geile am Multitasking-Test: Du kannst nicht schummeln. Entweder dein Nervensystem kann’s oder nicht. Anstrengung allein hilft nicht.

Der Multitasking-Test: So funktioniert er

Ich gehe ich auf die Suche nach den „offenen Apps“, die das System belasten.

Berühre ich diese Stellen auf eine bestimmte Art und Weise während des Tests, können die Leute auf einmal fünf, sechs Tasks gleichzeitig machen.

Hand kreisen, Fuß kreisen, Kopf drehen, rückwärts zählen, Finger schnipsen – und trotzdem den Arm halten.

So läuft der Test ab:

1. Vorbereitung: Geeigneten Muskel finden

Ich suche mir erst einen Muskel, der normal funktioniert. Das heißt: Einen, der normal reagiert auf einen Muskeltest.

Das bedeutet: Der lässt sich nicht einfach so wegdrücken. Aber er ist auch nicht bombenhart. Es sollte ein kurzes Wippen zu spüren sein, wenn ich den Muskel versuche wegzudrücken. Der Patient soll dagegen halten.

Meistens ist das der Rectus femoris – vorne am Oberschenkel.

Der Patient liegt auf dem Rücken, hebt das Bein an, winkelt das Knie an. Ich drücke gegen dieses Bein. Im ersten Moment können sie da ganz normal halten.

Wenn ich so einen Muskel gefunden habe, weiß ich: Der funktioniert im Monotasking auf jeden Fall schon mal.

2. Dann die Zusatzaufgabe

Mit dem Finger kreisen. Oder rückwärts zählen von 100 – laut.
„100, 99, 98, 97…“

Während sie das machen, drücke ich nochmal gegen dieses Bein.

Zwei Möglichkeiten:

A) Der kann locker halten.
→ Dann habe ich zumindest die Sicherheit, dass derjenige zwei Tasks gleichzeitig bewältigen kann.

B) Der Muskel lässt sich wegdrücken.
→ Derjenige ist im Monotasking. Kann nur einen Task gleichzeitig ausführen – entweder Finger kreisen ODER Muskel halten.

Daraufhin begebe ich mich auf die Suche nach der Dysfunktion, die das Multitasking verhindert.

3. Verantwortliche Dysfunktion finden und beheben

Wie bereits erwähnt sind es in ganz vielen Fällen Narben, Bänder im Fuss, oder Kopfverletzungen.

Die Top 3 Dysfunktionen, die die meisten Leute haben. Die ich gleich am Anfang auch mitchecke.

Sobald ich diese Dysfunktion behoben habe, sieht man relativ schnell:

Derjenige kann auf einmal nicht nur Finger kreisen, sondern auch noch zusätzlich den Kopf bewegen, zählen, den Fuß kreisen, ein Geräusch machen – während er mit seinem Muskel gegen meinen Druck gegenhält.

3. Das Ziel: Mindestens 5 Tasks

Damit ich weiß, dass die Basis stimmt.

Damit dein Nervensystem wieder belastbar ist und Raum für echte Heilung hat.

Das Entscheidende:

Der Multitasking-Test kann nicht gefakt werden.

Wenn derjenige es schafft, einfach nur den Muskel zu halten – und dann auf einmal nicht mehr, sobald er Finger kreist, weiß ich dass da was faul ist.

Vor allem wenn ich diesen Muskel ganz easy wegdrücken kann. Ohne weitere zusätzliche Kraft.

Im Gegenteil: Ich mache das sogar so, dass ich weniger Kraft aufwende, damit es noch demonstrativer wird. Damit derjenige checkt, dass da wirklich ein Defizit vorliegt.

Dann ist es sehr eindrücklich für den Patienten. Und der merkt sofort, dass das was bringt, was man da macht.

Wie geht’s weiter: Könnte das bei dir eine Rolle spielen?

Wenn du trotz Training, Therapie und allem, was du probiert hast, nicht weiterkommst – Könnte es sein, dass dein Nervensystem im Monotasking-Modus feststeckt.

Dass zu viele „Apps“ offen sind. Dass keine Energie mehr da ist für Heilung.

Falls du selbst merkst, dass du festhängst, solltest du dir auf alle Fälle deine neurologische Kapazität mal genauer anzuschauen (lassen).

Wenn das nicht ausgeglichen wird, wird jede Behandlung, die darauf aufbaut, nicht die Wirkung entfalten, die du gerne hättest.

OPTION 1: MACH DEN GAME-CHANGER TEST

Finde heraus, welche ANDEREN versteckten Faktoren bei dir noch eine Rolle spielen könnten.

OPTION 2: MÜNCHEN/UMGEBUNG

Buch dir einen Termin – ich teste gezielt, welche Trigger bei dir aktiv sein könnten.

OPTION 3: REST VON DEUTSCHLAND

Trag dich auf die Warteliste für den Online-Kurs „Körper verstehen, Muster erkennen“ (Start: Frühjahr 2026)

Mehr zum Thema

→ Narben: Warum sie das System belasten

→ Umknicken: Bänder als „offene App“

→ Kopfverletzungen: Neurologische Überlastung

→ Antibiotika: Verdauung als Basis
 
→ Alle Faktoren im Überblick

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