Trainingsparadox: Warum „gesunde“ Übungen deine Schmerzen schlimmer machen
Inhaltsverzeichnis (Klick zum Ausklappen)
- Wenn „noch mehr Übungen“ kontraproduktiv wird
- Warum du spüren kannst, ob eine Übung Sinn macht
- Primary vs. Secondary: Warum die Faszienrolle alles schlimmer macht
- Mehr vom Falschen hilft nicht mehr
- Was im System falsch läuft – und warum das Gehirn dabei sein muss
- Wie geht’s weiter: Könnte das bei dir eine Rolle spielen?
Wenn „noch mehr Übungen“ kontraproduktiv wird
Warum die Faszienrolle und Bauchmuskelübungen deine Beschwerden verschlimmern können
„Ich hab alles gemacht, was mir empfohlen wurde“, erzählt mir ein Patient.
„Faszienrolle für den Rücken, Bauchmuskeltraining gegen die Rückenschmerzen. Aber es wird nur schlimmer!“
Kommt mir bekannt vor.
Der Klassiker schlechthin: Die Faszienrolle. So viele Leute bekommen die 0-8-15 Empfehlung „Roll deine Oberschenkelaußenseite, deinen Rücken und die Hamstrings und es wird garantiert besser.“
Und zack – alles wird schlimmer statt besser.
Oder du hast mehrere Dehn- oder Kraftübungen von einem Trainer bekommen. Normalerweise bist du nicht sonderlich zimperlich, was den Dehnschmerz angeht. Und du hast auch kein Problem damit, die Arschbacken zusammenzukneifen und deine Kraftübungen durchzuziehen.
Aber in dem Fall fühlt es sich einfach komisch oder falsch an.
Du denkst dir „der wird schon wissen, was er macht.“ Und ziehst durch.
Du merkst aber im besten Fall keine Verbesserungen, auch nach längerer Zeit nicht. Im schlechtesten werden deine Schmerzen schlimmer oder es kommen neue dazu.
Trotzdem machst du weiter. Wie bei Einstein: Der Wahnsinn immer dasselbe zu machen und ein anderes Ergebnis zu erwarten.
Einer meiner Lieblingssätze: „Da muss man Geduld haben.“ Oder „Das braucht alles einfach ’ne Zeit, bis es Wirkung zeigen kann. Die Muskeln müssen sich erst anpassen.“
Ja und Nein.
Ja, der Körper braucht eine Weile, bis sich alles angepasst hat.
Aber: Nein, ob eine Übung spürbar sinnvoll ist, sollte sich relativ zügig zeigen. Nicht erst nach einem halben Jahr.
Warum du spüren kannst, ob eine Übung Sinn macht
Es gibt einen Unterschied zwischen konditioneller Anpassung und muskulärer Ansteuerung.
Konditionelle Anpassung:
- Kraft aufbauen
- Beweglichkeit verbessern
- Durch Wiederholungen Veränderungen erreichen
Das braucht Zeit. Wochen. Monate.
Muskuläre Ansteuerung (Nervensystem):
- Wie das Gehirn Muskeln steuert
- Welche Rezeptoren Infos ans Gehirn senden
- Ob Muskeln überhaupt richtig aktiviert werden
Das merkst du sofort.
Die Leute bekommen oft Übungen, die darauf abzielen, Beweglichkeit oder Kraft zu verbessern. Der Gedanke: Nur genug Wiederholungen machen, dann stellt sich schon ein Effekt ein.
Aber wenn die muskuläre Ansteuerung nicht stimmt, kannst du noch so viele Wiederholungen machen – es bringt nichts.
Eine kurze Geschichte, die mir was verdeutlicht hat
Ich hab mal bei einer OP zuschauen dürfen. Eine Zyste musste aus dem Unterschenkel raus.
Das Faszinierende: In dem Moment, wo die Anästhesie und die Muskelrelaxantien gekickt haben, konnte das Bein verdreht werden vom anderen Stern. Ich hab sowas noch nie gesehen – dass man ein Bein so umbiegen kann, ohne dass was kaputtgeht.
Die Bedeutung hab ich erst Jahre später verstanden:
Die Spannung in der Muskulatur hängt immer davon ab, was das Gehirn macht. Wie das Gehirn die Informationen von Rezeptoren verarbeitet.
Wenn das Gehirn ein Gelenk schützen will, schränkt es die Beweglichkeit ein – indem es die Muskelspannung beeinflusst.
Wenn es die Bewegung nicht zulassen will, bleibt der Muskel angespannt.
Aus Sicht von NKT (Neurokinetic Therapy)
Wenn ich einen Muskel dehne, der sowieso normal funktioniert, kann ich ihn durchaus dehnen. Dann seh ich wahrscheinlich auch Veränderungen.
Aber: Wenn dieser Muskel für einen anderen Muskel kompensieren muss (der nicht normal reagiert), kehrt er danach wieder in seine ursprüngliche Überanspannung zurück.
Andersrum: Wenn ich einen Muskel dehne, der sowieso schon inhibiert ist und in einer Schutzspannung drin ist, kann es passieren, dass er danach noch mehr zumacht.
Weil das Gehirn das Gelenk schützen will.
Ähnlich wie bei Kopfverletzungen – wenn das Gehirn ein Gelenk schützen will, nützen dir noch so viele Übungen nichts.
Aus Sicht von P-DTR
Rezeptoren können gestört sein. Die können an ganz anderen Stellen sitzen. Bestimmte Muskeln des betroffenen Gebiets reagieren auf diese gestörten Rezeptoren.
Ein Beispiel: Die Armmuskulatur reagiert auf gestörte Rezeptoren, die im AC-Gelenk in der Schulter sitzen, genauer gesagt in den Bändern dort.
Da kann ich noch so viel rumdehnen oder Kraftübungen machen an den Armen – wenn ich das Problem nicht behebe, werden die Muskeln nicht optimal reagieren.
So wie bei alten Verletzungen auch, können gestörte Rezeptoren die Muskelansteuerung beeinflussen – selbst wenn die Struktur längst verheilt ist. Und selbst wenn man diese Muskeln und die Lage der Rezeptoren vielleicht im ersten Moment gar nicht miteinander in Verbindung gebracht hätte.
Dementsprechend:
Man kann doch relativ schnell spüren und sehen, ob eine Übung Sinn macht oder nicht.
Wenn sich nach einem halben Jahr oder einem Vierteljahr keine Änderung bemerkbar macht, ist die Übung vielleicht nicht sinnvoll. Ich mein, du kannst es gern weiter versuchen. Im besten Fall wird es nicht schaden :)
Aber umgekehrt gilt: Wenn ich eine Übung mache und es wird sogar schlimmer, sollte ich mir relativ schnell eingestehen, dass ich diese Übung sein lassen sollte. Und nach Alternativen suchen.
Eine wichtige Sache
Wenn ein Schmerz auftritt, wenn ich eine Übung mache, kannst du dich hieran orientieren:
Solange der Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10 bei einer 1, 2 oder 3 bleibt, kann ich das machen. Das kann der Körper ab, ohne zu irgendwelchen Ausweichbewegungen zu tendieren.
Wenn es aber mehr Schmerz wird, fängt der Körper an zu kompensieren und auszuweichen. Dann bringt mir die Übung gar nichts mehr – weil ich gar nicht die Muskeln trainiere, die ich trainieren möchte. Und im blödsten Fall wirkt es eben sogar kontraproduktiv.
Am besten sorgen Patient, Trainer, Therapeuten und Ärzte gemeinsam dafür, dass das Beste aus beiden Welten geholt wird. Erstmal dafür sorgen, dass die muskuläre Ansteuerung und das Nervensystem optimal arbeiten. Und dann darauf aufbauend Kraftübungen packen und die Kapazität der Kraft optimieren.
Mehr zu diesen Kapazitäten hab ich im Artikel zum Multitasking geschrieben.
Primary vs. Secondary: Warum die Faszienrolle alles schlimmer macht
Woran liegt es, dass Übungen nicht helfen oder sogar kontrakproduktiv werden? Warum tritt der gegenteilige Effekt von dem ein, was man eigentlich mit seinen Übungen erreichen will?
Manchmal ist es simpel: Überreizung. Du machst zu viel, überlastest das Gewebe.
Aber oft steckt was Tieferes dahinter.
Das Prinzip von Primary und Secondary
In der P-DTR-Welt gibt’s das Prinzip von Primary und Secondary.
Der Primary ist ein überempfindlicher Rezeptor, der dem Gehirn keine klaren Infos liefert.
Das Gehirn versucht das auszugleichen, indem es andere Rezeptoren (Secondaries) empfindlicher macht.
Ein Vergleich:
Stell dir vor, das Prinzip mit den Rezeptoren ist wie bei der Thai-Massage.
Bei den einen kannst du auf dem Rücken rumtrampeln – kein Problem, interessiert sie nicht sonderlich, könnte gerne fester sein… Bei den nächsten berührst du nur ganz leicht mit dem Finger und die springen sofort an die Decke.
So ein überempfindlicher – also gestörter – Rezeptor ist sowas wie ein „Deckenspringer“. Der löst ständig aus und liefert Infos, wo keine sind. Schickt Signale ans Hirn, ohne dass es nötig wäre.
Das Nervensystem findet das blöd. Es kriegt keine guten Informationen, mit denen es arbeiten kann.
Also versucht es, das Ganze auszugleichen: Es fährt die Secondaries hoch, um den Primary zu beruhigen. Damit es wieder ausbalanciert ist und sich das die Waage hält. Eine Seite gleicht die andere aus.
Das Problem mit Faszienrolle, Übungen und Co.
Wenn du mit der Faszienrolle oder Übungen den Primary reizt und reizt und reizt, wird alles schlechter. Der hat ja eh schon ein Problem und du verstärkst das damit nur noch.
Wenn du den Secondary stimulierst, wird’s erstmal besser, weil wenn der „schlechter“ wird entlastet das ja den Primary.
Aber nach einer Weile kommt der Primary mit voller Wucht zurück, weil keine abgeschlossene Behandlung beider Rezeptoren stattgefunden hat.
Das gilt übrigens auch für manuelle Therapie:
- Primary gereizt = schlechter
- Secondary stimuliert = erstmal besser, dann wieder schlimmer
Hier ist eine Erklärung dafür, warum manche Sachen durch Behandlungen oder Übungen schlechter werden (= Primary wird stimuliert). Und manchmal wird es erstmal besser, aber dann kommen die Symptome wieder (=Secondary wurde stimuliert, aber die Behandlung war nicht komplett).
Wichtig: An Rezeptoren hängen immer Muskeln mit ihrer Funktion dran.
Muskeln sind die ausführenden Organe. Wenn ein Rezeptor Infos liefert, dann werden die auf Rückenmarksebene oder im Gehirn verarbeitet.
Und dann reagieren die Muskeln direkt darauf.
Die normale Reaktion
Entweder spannen sie an (facilitieren) oder lassen los (inhibieren).
Wenn du dir dein Handgelenk umknickst, weil du wo hängen bleibst, wäre es gut, wenn die richtigen Armmuskeln loslassen. Sonst brichst du dir das Handgelenk.
Wenn dir jemand ein Messer ins Bein stecken möchte, wäre es schön, wenn dich deine Muskeln auf der Gegenseite vom Messer „wegziehen“ und die Gegenspieler von diese Muskeln loslassen. Damit du überhaupt vom Fleck kommst.
Wenn du auf die Herdplatte langst, registrieren das bestimmte Rezeptoren. Und dann reagieren Muskeln im Arm darauf und du ziehst die Hand reflexartig weg. Es geht also immer um die reflexhafte Reaktion von Muskeln. Und den Selbstschutz des Körpers.
Die schlechte Reaktion bei gestörten Rezeptoren
Wenn was mit einem Rezeptor nicht stimmt, mit dem sie verbunden sind, dann inhibieren Muskeln, obwohl es gar nicht nötig wäre. Oder sie werden hyperton (übertrieben angespannt). Beides ist schlecht für die Ausgewogenheit aller Muskeln zueinander.
Beides (Inhibition und Hypertonie) kann Symptome hervorrufen – es entsteht eine Dysbalance. So werden Gelenke instabil werden oder das Gehirn interpretiert die Situation im Körper als Gefahr und produziert Schmerzen.
Dein Gehirn möchte deinen Körper vor etwas schützen, das so eigentlich gar nicht oder gar nicht mehr existiert.
Das heißt übersetzt:
Wenn ich jetzt mit einer Faszienrolle immer wieder an der Stelle rolle, wo ein Rezeptor ein Problem hat, mache ich mir das Ganze vielleicht schlechter.
Abgesehen von der mechanischen Reizung kann es sein, dass dieses Prinzip des Primaries ständig überlastet wird.
Genau dasselbe Prinzip spielt übrigens auch bei Narben eine riesige Rolle. Auch bei alten Verletzungen können noch nach Jahren gestörte Rezeptoren existieren, die durch ihre Überreizung mit ein Faktor für bestimmte Symptome sind.
Mehr vom Falschen hilft nicht mehr
Zweiter Klassiker: Rückenschmerzen = „Du brauchst stärkere Bauchmuskeln!“
Aber verdammte Hacke: Hat überhaupt mal jemand geschaut, ob die Bauchmuskeln wirklich das Problem sind?!
Oft sind sie es gar nicht.
Dann machst du übertrieben Bauchmuskeltraining und wunderst dich, warum’s schlechter wird.
Das Problem: Kompensation
Wenn die Grundlage – die optimale Ansteuerung der Muskulatur – nicht stimmt, kann man so viel machen wie man will.
Kompensationen finden statt.
Beispiel: Sit-Ups.
Du willst deine Bauchmuskeln trainieren. Aber die Bauchmuskeln sind gar nicht richtig am Start von der neuromuskulären Ansteuerung.
Dann machen eben die Hüftbeuger die ganze Arbeit.
Es schaut zwar super aus. Und du könntest locker noch 500 mehr ballern. Eine Karriere als Fitness Influencer starten.
Aber letztendlich ist es keine Bauchmuskelkraft – es sind die Hüftbeuger.
Das Problem mit „mehr“
Oft kriegt man von Trainern und Therapeuten Übungen. Die funktionieren aber irgendwie nicht oder machen es sogar schlimmer.
Und dann wird da so ein bisschen „Shaming“ betrieben: „Vielleicht machst du ja die Übungen auch nicht richtig“.
Und wenn sie feststellen, dass das nicht der Fall ist: „Dann machst du einfach nicht genug davon.“
Dann wird noch mehr draufgeballert. Und noch mehr.
Das Ganze ist wie ein Flywheel. Wird jede Runde, von Mal zu Mal schlimmer.
Oder im besten Falle passiert halt gar nichts – es schadet zwar nicht, aber es ist halt auch nicht zielführend. Die erhoffte Wirkung bleibt leider aus.
Einstein hatte recht:
Immer dasselbe zu machen und ein anderes Ergebnis zu erwarten – das ist die Definition von Wahnsinn.
Mehr vom Falschen hilft nicht mehr.
Dein Körper ist kein Auto, wo „mehr Gas“ immer schneller bedeutet. Manchmal brauchst du weniger von dem, was alle empfehlen. Oder noch besser:
Einfach das RICHTIGE FÜR DICH. Verdammt nochmal.
Weil jemand endlich mal getestet hat, was WIRKLICH FÜR DICH PASST.
Vielleicht spielt ja sogar ein Problem deines Nervensystems mit Multitasking mit rein – wenn das überlastet ist, bringt „mehr“ nur noch mehr Chaos. Aber raten kann jeder.
„Test Don’t Guess“
Was im System falsch läuft – und warum das Gehirn dabei sein muss
Warum läuft im Medizinsystem so viel falsch?
Warum ist es aus meiner Sicht nicht sinnvoll, immer nur auf „evidenzbasiert“ rumzureiten?
Das Problem mit Standardübungen
Wenn ich mich nur an Studien orientiere, kriege ich immer Standardübungen hinten raus. Ich gebe jedem dieselben Übungen.
Was man dabei gerne mal vergisst: Wissenschaft ist immer das Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners.
Ich versuche, etwas rauszufinden, das für möglichst viele Leute möglichst gleich gilt.
Das heißt nicht, dass es automatisch für alle funktionieren muss.
Jeder Mensch ist ein Individuum.
Es kann ganz oft nach hinten losgehen, wenn ich immer nur Standardübungen mache.
Mehr dazu, warum Standard-Übungen oft nicht funktionieren, erfährst du hier.
Der Bauchmuskel-Irrtum
Greifen wir noch einmal das Spielchen mit Rückenschmerzen und dem allseits beliebten Bauchmuskeltraining als Empfehlung dafür auf.
Viele Orthopäden und Trainer denken: „Becken steht in falscher Position → Bauchmuskeln trainieren → Beckenposition verbessert → Rückenschmerzen besser.“
Erste Sache: Es gibt nicht nur die Bauchmuskeln, die die Position des Beckens beeinflussen. Es könnten auch die Gluteen sein. Oder der Psoas.
Und man sollte sich über die Funktion des Psoas nochmal Gedanken machen: Ist der wirklich ein Hüftbeuger? Hat er überhaupt eine direkte Wirkung auf das Becken, wenn er noch nicht mal dran „festgemacht“ ist? Oder ist er ein Stabilisator für den Rücken?
Es gibt nicht so dieses Schwarz-Weiß. Es gibt nicht nur diese eine Lösung.
Man muss auf die Suche gehen.
Das Problem mit der Faszienrolle und Manualtherapie
Zusätzlich zu Primary und Secondary gibt’s noch das andere Problem mit der Faszienrolle und auch bei der manuellen Therapie: Es ist eine passive Behandlung.
Genauso gilt das für manuelle Therapien.
Im Endeffekt: Wenn das Gehirn nicht beteiligt ist bei den ganzen Sachen, kann man noch so viele Wiederholungen machen – das Gehirn wird nichts verändern am Grundsätzlichen.
Das Prinzip von Anatomy in Motion
Man sollte dem Gehirn Angebote machen für Bewegungen, damit es selber ausprobieren kann, wie es das Ganze steuern muss.
Wenn es dabei rausfindet, dass eine Bewegung vorteilhaft ist – also energiesparend – wird es diese Bewegungen automatisch anders koordinieren in Zukunft.
Aber man kann ihm nicht etwas aufzwingen, was es nicht als sinnvoll erachtet. Weil es das selbst nicht „erfahren“ hat und selbst ausgewählt hat. Da ändern auch noch drölftausend Wiederholungen vom Selben mehr nichts dran.
Das Gehirn ist immer darum bemüht, Energie zu sparen. Damit man vom Säbelzahntiger flüchten kann, wenn’s nötig wird. Da muss man ansetzen. Es darauf hinweisen, welche Möglichkeiten es noch geben könnte, die es bisher nicht wahrnehmen und als sinnvoll erkennen konnte.
Informationen liefern.
Das Laufband-Beispiel
Man stellt jemanden auf ein Laufband. Dann wird dem gesagt: „Du musst hier ein bisschen mit dem Arm mehr mitschwingen. Du musst ein bisschen mehr abrollen mit den Füßen.“
Funktioniert auf dem Laufband wunderbar. Schaut auch super aus. Wie nach Lehrbuch.
Dann geht derjenige vom Laufband runter, geht zur Tür raus – und geht so weiter, wie er immer gegangen ist.
Es hat sich am Gangbild gar nichts geändert.
Warum? Weil das Gehirn nicht mitbekommen hat, dass sich da auch irgendwas ändern sollte.
Das Gehirn hat nicht mitbekommen, was es ihm bringen soll, das anders zu machen. Es fühlt sich nicht besser an. Es weiß nicht, warum es damit Energie sparen kann.
Also macht es das halt so, wie es immer gewöhnt ist. Wie es vielleicht vor langer Zeit schon entschieden hat, dass es für den Körper mit den aktuellen Voraussetzungen am besten „läuft“.
Selbst wenn es dafür bestimmte Bereiche dafür „opfern“ muss.
Man muss sich immer klar machen: das Gehirn sucht IMMER das Optimum aus. Selbst wenn es sich für uns so nicht anfühlt.
Für dein Hirn sind die Schmerzen die du jetzt hast der Preis, den es bereit ist zu zahlen. Weil es aus sein Sicht noch VIEL, VIEL SCHLIMMERES verhindert!
Wenn ich das auf Übungen übertrage:
Ich kann noch so viele Bauchmuskelübungen ballern und meine Kraft erhöhen.
Wenn aber das Gehirn nicht mitkriegt, wie es diese Muskeln dann besser einsetzen kann – im Sinne einer optimierten Bewegung – bringt mir das Ganze gar nichts.
Die Frage:
Bringen die Übungen überhaupt was? Was verändert sich dadurch?
Ist es wirklich eine Sache der Kraft? Dann werden Kraftübungen auch erfolgreich sein.
Ist es eine Sache der Ansteuerung? Dann brauchst du was anderes.
Aber mehr vom Falschen bringt auch nicht mehr.
Wenn andere Sachen mit reinspielen, die die Ansteuerung beeinträchtigen könnten, wie z.B. Kopfverletzungen oder wenn das Gehirn ein Gelenk schützen will – dann nützen dir noch so viele Übungen nichts, die das nicht berücksichtigen.
Wie geht’s weiter: Könnte das bei dir eine Rolle spielen?
Wenn Übungen nur kurz helfen oder es sogar schlimmer machen – liegt’s vielleicht nicht an dir.
Sondern daran, dass die Übungen am falschen Punkt ansetzen.
Wenn die neuromuskuläre Ansteuerung nicht stimmt, kannst du noch so viel trainieren – es bringt nichts.
Falls deine Schmerzen trotz fleißigstem Üben immer schlimmer werden und bei deiner Therapie nicht weiterkommst, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert, mal zu schauen, ob das Problem woanders liegt.
Nicht in der Kraft. Nicht in der Beweglichkeit.
Sondern in der Ansteuerung. Im Nervensystem. In gestörten Rezeptoren.
Vielleicht liegt da der Schlüssel. Nicht in der Wiederholungszahl.
OPTION 1: MACH DEN GAME-CHANGER TEST
Finde heraus, welche ANDEREN versteckten Faktoren bei dir noch eine Rolle spielen könnten.
OPTION 2: MÜNCHEN/UMGEBUNG
Buch dir einen Termin – ich teste gezielt, welche Trigger bei dir aktiv sein könnten.
OPTION 3: REST VON DEUTSCHLAND
Trag dich auf die Warteliste für den Online-Kurs „Körper verstehen, Muster erkennen“ (Start: Frühjahr 2026)
→ Standard-Übungen: Warum Theraband eine 50/50-Chance hat
→ Multitasking-Probleme: Wenn das Nervensystem überlastet ist
→ Alte Verletzungen: Gestörte Rezeptoren als Ursache
→ Narben: Warum sie das erste sind, was ich in meiner Praxis checke
→ Alle Faktoren im Überblick





